BPC-157 ist ein synthetisches Peptid aus 15 Aminosäuren, dessen Sequenz von einem Protein im menschlichen Magensaft abgeleitet wurde. Der Name steht für „Body Protection Compound 157“. Seit Anfang der 1990er-Jahre wird BPC-157 in zahlreichen Tier- und Zellmodellen untersucht, vor allem zu Sehnen-, Band-, Muskel- und Darmgewebe. Dieser Überblick zeigt, woher das Peptid stammt, wie es aufgebaut ist, was präklinische Studien untersucht haben, welche Fragen offen sind und wie BPC-157 heute eingestuft wird.
Woher BPC-157 stammt: ein Fragment aus einem Magenprotein
BPC-157 geht auf die Arbeitsgruppe von Predrag Sikirić am Institut für Pharmakologie der Universität Zagreb (Kroatien) zurück. Anfang der 1990er-Jahre beschrieb die Gruppe ein schützendes Protein im menschlichen Magensaft und nannte es BPC. In einer Übersichtsarbeit von 1993 stellten Sikirić und Kollegen die Hypothese vor, dass der Magen auf Stress mit einer Schutzreaktion antwortet, die auch andere Organe einbezieht. BPC-157 ist eine kurze Teilsequenz dieses größeren Proteins. Sie wurde synthetisch hergestellt, damit sich ein klar definiertes Fragment statt des ganzen Proteins untersuchen lässt.
Ein großer Teil der frühen Veröffentlichungen zu BPC-157 stammt aus derselben Zagreber Gruppe. Spätere Übersichtsarbeiten nennen das als Einschränkung. Gwyer und Kollegen (2019) wiesen darauf hin, dass in den zwei Jahrzehnten davor nur eine Handvoll Forschungsgruppen das Peptid eingehend untersucht hatte.
BPC 157 Peptid: Sequenz und Moleküldaten
Als Kette aus 15 Aminosäuren ist BPC-157 ein Pentadecapeptid. Wie Aminosäuren eine Kette bilden und warum ihre Reihenfolge entscheidend ist, erklärt unser Ratgeber Was sind Peptide?. Die wichtigsten Daten zu BPC-157:
- Sequenz: Gly-Glu-Pro-Pro-Pro-Gly-Lys-Pro-Ala-Asp-Asp-Ala-Gly-Leu-Val (Kurzform GEPPPGKPADDAGLV)
- Summenformel: C62H98N16O22
- Molekulargewicht: ca. 1.419 Da
- CAS-Nummer: 137525-51-0
- Lieferform: lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) weißes Pulver
Zwei Merkmale der Sequenz fallen auf. Erstens enthält sie vier Prolin-Reste, drei davon direkt hintereinander. Prolin macht eine Peptidkette steifer. Zweitens liegen in der Mitte der Kette zwei saure Reste (Asparaginsäure) nebeneinander. Das Molekulargewicht ist der Wert, den die Massenspektrometrie im Analysezertifikat prüft. Ein Signal bei etwa 1.419 Da bestätigt, dass das Vial BPC-157 enthält.
Was präklinische Studien zu BPC-157 untersucht haben
Präklinisch bedeutet: Die Studien fanden in Zellkulturen oder an Tieren statt, meist an Ratten und Mäusen. Die veröffentlichte BPC-157-Forschung lässt sich in drei Hauptgruppen einteilen.
Modelle für Sehnen, Bänder und Muskeln
Die größte Gruppe von Studien nutzte Rattenmodelle mit verletzten Sehnen, Bändern und Skelettmuskeln, etwa eine durchtrennte Achillessehne, ein geschädigtes Kniegelenkband oder einen gequetschten Muskel. Gemessen wurden unter anderem die Gewebestruktur unter dem Mikroskop, die Belastbarkeit des Gewebes und die Funktion der Gliedmaße. Gwyer und Kollegen (2019) haben diese Studien in Cell and Tissue Research ausgewertet. Sie berichteten, dass die Studien positive Ergebnisse beschrieben, die meisten aber an kleinen Nagetiermodellen durchgeführt wurden und eine Bestätigung am Menschen fehlt.
Modelle der Magen- und Darmschleimhaut
Wegen seiner Herkunft aus dem Magensaft wurde BPC-157 zuerst in Modellen der Magen- und Darmschleimhaut (Mukosa) untersucht. Diese Studien betrachteten Schleimhautschäden bei Ratten, die durch Alkohol, entzündungshemmende Arzneistoffe oder Stress ausgelöst wurden. Diese Forschungslinie ist der Ausgangspunkt der meisten späteren Arbeiten.
Gefäßneubildung und Stickstoffmonoxid-Signalweg
Eine dritte Gruppe von Studien suchte nach einem Mechanismus. Seiwerth und Kollegen (2018) fassten Arbeiten zu BPC-157 und Angiogenese zusammen, also der Bildung neuer Blutgefäße. Andere Studien untersuchten das Stickstoffmonoxid-System (NO-System), einen Signalweg, der die Weite der Blutgefäße steuert. Eine systematische Übersichtsarbeit von Vasireddi und Kollegen (2025) fasste Berichte zusammen, nach denen BPC-157 in diesen Modellen die Bildung von Wachstumshormon-Rezeptoren und von Genen für Zellwachstum und Gefäßbildung erhöhte.
Was über BPC-157 nicht bekannt ist
Die präklinische Literatur zu BPC-157 ist umfangreich, die Datenlage am Menschen dagegen sehr dünn. Die systematische Übersichtsarbeit von Vasireddi und Kollegen, 2025 im HSS Journal erschienen, wertete die Literatur bis Juni 2024 aus. Von 36 eingeschlossenen Studien waren 35 präklinisch und 1 eine kleine retrospektive klinische Studie. Klinische Sicherheitsdaten fanden die Autoren nicht.
Mehrere Fragen sind deshalb offen:
- Ob sich die Ergebnisse aus Nagetiermodellen auf den Menschen übertragen lassen, ist unbekannt.
- Die Übersichtsarbeit fand keine randomisierte kontrollierte Studie am Menschen.
- Der genaue Wirkmechanismus ist nicht geklärt.
- Die meisten Studien stammen aus einer Arbeitsgruppe; unabhängige Wiederholungen sind selten.
Keine Arzneimittelbehörde in der EU oder den USA hat BPC-157 als Arzneimittel zugelassen. Aussagen über eine Wirkung von BPC-157 am Menschen sind durch die aktuelle Datenlage nicht gedeckt. Deshalb wird BPC-157 nur als Forschungssubstanz für die Laborarbeit verkauft.
BPC 157 und die WADA-Verbotsliste
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlicht jedes Jahr eine Liste verbotener Substanzen. Die Prohibited List 2026 nennt BPC-157 als Beispiel in der Klasse S0, „nicht zugelassene Substanzen“. Diese Klasse umfasst pharmakologische Stoffe, die von keiner staatlichen Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung am Menschen zugelassen sind. Substanzen der Klasse S0 sind jederzeit verboten, im und außerhalb des Wettkampfs. Wer Anti-Doping-Regeln unterliegt, kann schon durch Besitz einen Regelverstoß begehen. Die aktuelle Liste finden Sie auf der Website der WADA.
Lagerung und Handhabung von BPC-157 im Labor
Als lyophilisiertes Pulver im versiegelten Vial ist BPC-157 stabil. Lagern Sie versiegelte Vials für längere Zeit bei -20 °C oder für einige Wochen bei 2 bis 8 °C, trocken und lichtgeschützt. Nach dem Lösen in bakteriostatischem Wasser gehört die Lösung in den Kühlschrank bei 2 bis 8 °C und sollte innerhalb kurzer Zeit verbraucht werden. Wiederholtes Einfrieren und Auftauen einer Lösung schädigt das Peptid. Unser Ratgeber zu Einfrier-Auftau-Zyklen und Peptidstabilität erklärt die vier Faktoren, die die Haltbarkeit eines Vials verkürzen.
Für dokumentierte Chargen belegt ein Analysezertifikat die Identität per Massenspektrometrie und die Reinheit per HPLC. Senden Sie uns die Chargennummer von Ihrem Vial, und wir schicken Ihnen den Bericht zu dieser Charge.
BPC-157 bei peptidebio: Einzel-Vials und Blend
Wir liefern BPC-157 als lyophilisiertes Pulver in versiegelten Glas-Vials mit 5 mg und 10 mg. Für Versuchsdesigns, die BPC-157 zusammen mit TB-500 in festem Verhältnis untersuchen, enthält der BPC-157 / TB-500 Blend je 10 mg beider Verbindungen in einem Vial. Alle Produkte werden aus unserem Lager in den Niederlanden versendet und kommen innerhalb Europas in 1 bis 3 Werktagen mit Sendungsverfolgung an.
Häufige Fragen zu BPC-157
Ist BPC-157 dasselbe wie TB-500?
Nein. BPC-157 ist ein Fragment aus 15 Aminosäuren eines Magenproteins. TB-500 ist ein synthetisches Peptid, das auf einem Abschnitt von Thymosin beta-4 beruht, einem Protein, das in fast allen Säugetierzellen vorkommt. Beide Verbindungen werden oft in denselben Forschungsfeldern untersucht; deshalb gibt es einen Blend.
Ist BPC-157 in Lösung stabil?
Wie andere Peptide ist BPC-157 in Lösung deutlich weniger stabil als als trockenes Pulver. Lösen Sie nur die Menge, die ein Protokoll benötigt, lagern Sie die Lösung bei 2 bis 8 °C und vermeiden Sie wiederholtes Einfrieren und Auftauen.
Ist BPC-157 in Deutschland oder der EU als Arzneimittel zugelassen?
Nein. Stand 25. Oktober 2026 hat BPC-157 in der EU keine Zulassung als Arzneimittel.
Quellen zu BPC-157
- Sikirić P, Petek M, Rucman R, et al. (1993). A new gastric juice peptide, BPC. An overview of the stomach-stress-organoprotection hypothesis and beneficial effects of BPC. Journal of Physiology (Paris) 87(5):313–327. PubMed 8298609
- Seiwerth S, Rucman R, Turkovic B, et al. (2018). BPC 157 and Standard Angiogenic Growth Factors. Gastrointestinal Tract Healing, Lessons from Tendon, Ligament, Muscle and Bone Healing. Current Pharmaceutical Design 24(18):1972–1989. PubMed 29998800
- Gwyer D, Wragg NM, Wilson SL (2019). Gastric pentadecapeptide body protection compound BPC 157 and its role in accelerating musculoskeletal soft tissue healing. Cell and Tissue Research 377(2):153–159. PubMed 30915550
- Vasireddi N, Hahamyan H, Salata MJ, et al. (2025). Emerging Use of BPC-157 in Orthopaedic Sports Medicine: A Systematic Review. HSS Journal 21(4):485–495. PubMed 40756949
- Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). The Prohibited List (2026). wada-ama.org
Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier. Kein Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel oder Kosmetikum. Dieser Überblick fasst veröffentlichte Forschung zusammen und ist keine Dosierungs- oder medizinische Empfehlung.




